Als wir heute frühmorgens aus unserem Fenster guckten, sah man davon allerdings nicht viel. Stattdessen stand unten im Tal dicker Nebel. Kaum waren wir aber auf dem Weg zum Startpunkt unserer heutigen Tour (für Karte anklicken) und ein paar hundert Meter höher, begrüßte uns das perfekte Wanderwetter. Und um Punkt neun Uhr gings dann auch von der Cairngorm Mountain Base Station auf 600 m Höhe los...
Die Aussicht war schon nach den ersten paar Metern atemberaubend. Die kargen, heidebewachsenen Hügel erinnern an Lappland. Tatsächlich ist der Cairngorm National Park eine fast schon arktische Landschaft, die für viel Schnee und heftige Wetterumschwünge bekannt ist (auch in der warmen Jahreszeit).
Nach einem recht gemütlichen ersten Anstieg zog die Steigung kräftig an, belohnte uns aber mit einem ungehinderten Ausblick auf die schroffen Steilwände des Fiacaill Coire an t-Sneachda und in den tief eingeschnittenen Coire an Lochan mit seinen beiden kleinen Seen.
Als wir schnaufend oben ankamen, öffnete sich das Gelände zu einer weiten Hochebene, auf der uns die ersten kleinen Schneefelder begegneten. Zu diesem Zeitpunkt wußten wir noch nicht, daß der Schnee für den Rest dieser Tour unser ständiger Begleiter sein würde.
Der obere Teil des Ben Macdui ist ein Labyrinth aus wahllos durcheinandergeworfenen großen Granitbrocken, und nach dem langen Anstieg waren wir dankbar, vor unserem Abflug doch noch die geliehenen Trekkingstöcke in den Koffer geworfen zu haben. Ich hatte sowas vorher noch nie verwendet, mußte heute aber feststellen, daß sie das unfallfreie Bewegen in schwierigem Gelände (gerade im nicht mehr ganz taufrischen Zustand und mit Gepäck) doch tatsächlich deutlich erleichtern - auch wenns aussieht wie ein paar komische Nordic-Walker.
Nachdem wir den Gipfel wieder verlassen und uns bei der Durchquerung des Hochtals einmal mehr nasse Hosenbeine geholt hatten, führte unsere Route uns wieder nach Norden in Richtung unseres zweiten Ziels, des für die ganze Bergkette namensgebenden Cairn Gorm (1245 m). Nachdem wir den östlichen Sattel des Cairn Gorm erreicht hatten, bot sich uns zunächst der wahrscheinlich spektakulärste Anblick der Tour: die fast senkrechten Wände des Fiacaill Buttress und Cairn Gorm selbst...
... und der unverstellte Blick abwärts durch das Coire an t-Sneachda über die Base Station, die ausgedehnten Waldgebiete des Rothiemurchus Forest und des Loch Morlich bis zurück nach Aviemore.
Der Anstieg zum Gipfel des Cairn Gorm war der steilste der ganzen Tour, dauerte allerdings nicht mehr allzulange, weil wir schon kurz unterhalb des Gipfels waren. Oben befindet sich im Grunde nichts außer einer Wetterstation der Universität von Edinburgh.
Nach einem steilen Abstieg über einen unangenehm holperigen und schneeglatten Steig erreichten wir nach insgesamt 20 Kilometern Strecke und 700 Höhenmetern (von denen wir etliche mehr als einmal zurücklegten) wieder die Base Station und machten uns restlos erledigt auf den Heimweg.
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