Nachdem wir uns trotz leichter Nachwirkungen von Torbens und Henriettes JunggesellenInnen-Abend einigermaßen zeitgerecht (will sagen, vor dem Mittag) aus dem Bett gequält hatten, gings nun zum vierten Mal nach Finkenwerder zum Yachthafen, um die vielen Dinge zu verwursten, die uns Freitagabend bei einem Informationsbesuch bei Bauhaus Nautic völlig ohne unser Zutun zur Kasse gefolgt waren.
Das komplette Unterwasserschiff wurde angeschliffen (der schöne neue Exzenterschleifer will schließlich was zu tun kriegen) und anschließend mit neuem Antifouling gestrichen. Das Abwischen des allgegenwärtigen, äußerst schmierigen und wunderbar gesundheitsschädlichen Schleifstaubes der alten Antifouling-Schicht dauerte natürlich ungefähr so lange wie der ganze Rest zusammen.
Den ersten Schritt zum neuen Namen für das gute Stück haben wir auch hinter uns gebracht: die Entfernung des alten Namens. Damit ist die Episode "Mariechen" endgültig abgeschlossen und das Boot erstmal für ein paar Tage namenlos... hoffentlich nicht allzulange.
Während Bianca ihrer heimlichen Leidenschaft, dem Streichen, nachging, verlustierte ich mich unter Deck in rücken- und knieschonender Weise, indem ich meine 1,90 Meter in allen möglichen und unmöglichen Positionen durch eine Schubladenöffnung unter das Cockpit fädelte, um dort die Abflußschläuche der Cockpitlenzöffnungen auszutauschen. Um es spannender zu gestalten, hatte die Vorsehung es so gefügt, daß es sich dabei um zentimeterdickes, versteinertes und mit fantasievollen sakralen Ornamenten aus Dichtmasse verziertes Hartgummi aus den '70ern handelte und mein einziges vorhandenes Schneidewerkzeug ein altes Brotmesser war.
Nach vielen herzerfrischenden multilingualen Flüchen und einem Krampf im Arsch war das Ding dann irgendwann durch und wir fuhren pünktlich zu Sonnenuntergang wieder gen Heimat.
Und so sieht das Boot jetzt erstmal aus...
Kleine Anmerkung von mir:
AntwortenLöschenIch mag zwar streichen, aber mit giftigen Lacken einen Limbo unter dem Boot zu tanzen während die Schutzbrille beschlägt, der Sonnenuntergang sich unaufhaltsam nähert und über mir im Boot geflucht wird, gehört nicht gerade zu meinen Leidenschaften.