Donnerstag, 30. Mai 2013

Ostseetörn - Tag 6

Bei schönstem Frühsommerwetter ließen wir Kalvø hinter uns und liefen aus. An Steuerbord zog der Abenraa Fjord vorbei, an dessen Ende die hohen Schornsteine der Industrieanlagen von Abenraa aus dem Morgendunst ragten. Wir liefen in den Als Fjord ein und ließen ein letztes Mal den offenen Horizont des Kleinen Belts hinter uns.

An beiden Seiten begleitete uns nun die Insel Als und das dänische Festland in immer enger werdendem Abstand. Bei leichtem Ostwind und Sonnenschein kreuzten wir mit langen Schlägen in den Fjord hinein. Aus dem Bordradio tönte sommerliche Musik, die Cocktailflagge wurde unter der Backbordsaling gesetzt und Welf kam mit einer Runde Cuba Libre an Deck. Ein Schweinswal kam neben unserem Boot hoch und ließ sich erstaunlich lange beobachten.

Am frühen Nachmittag nahm der Wind immer mehr ab, und als wir den Knick erreichten, an dem sich der Als Fjord in den Augustenborg Fjord und den schmalen Als Sund teilte, schlief er gänzlich ein. Wir bargen die Segel und dieselten die letzten paar Seemeilen unter der Autobahnbrücke hindurch bis nach Sønderborg hinein.




An der Hubbrücke in der Innenstadt mußten wir ein paar Minuten warten. Dann ging die Brücke hoch, wir brachten die letzten Meter hinter uns und waren wieder in der Flensburger Förde, wo wir unseren Törn Rund Als angefangen hatten.




Wir passierten den Stadthafen und das Schloß, liefen in die Förde hinaus und machten nebenan im Yachthafen von Sønderborg fest. Mit einem von den ganzen reibungslosen Hafenmanövern der vergangenen Woche aufgeblasenen Selbstbewußtsein entschlossen wir uns dieses Mal beinhart, rückwärts mit dem Heck zum Steg einzuparken, um das Boot bequem über die Badeplattform verlassen und betreten zu können. Wenige Minuten und ein Ausweichmanöver (zugunsten eines überraschend auftauchenden kleinen Motorboots) später lagen wir hoffnungslos diagonal quer über zwei Liegeplätze, wurden von unserem freundlichen britischen Stegnachbarn mit einem dezent gemurmelten Gruß per Muskelkraft an unseren eigentlichen Platz gezogen und brachten die nächste halbe Stunde damit zu, unser Boot mit abenteuerlichen Springkonstruktionen, die unseren Vorrat an Festmacherleinen vollständig erschöpften, in der viel zu kurzen und zu breiten Box einigermaßen ordentlich festzumachen. Übermut tut eben selten gut...

Dafür gab es neben den fälligen Hafenbieren zum Abendbrot vorzügliche Ratatouille mit Reis und anschließend einen gemütlichen Stadtrundgang durch Sønderborg nebst Besuch in der Eisdiele unseres Vertrauens, die uns noch vom letzten Jahr her in vorzüglicher Erinnerung geblieben war.

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