Die Winterpause ist vorbei! Zumindest, was das Bloggen angeht... "Thor" ist leider immer noch nicht fertig zum Einwassern. Nachdem ich aber den ganzen Herbst und Winter der gepflegten Schreibpause gefrönt habe (bedingt durch Freizeitmangel wegen Ablegens des "grünen Abiturs"), möchte ich zum Saisonstart zumindest mal einen Zwischenstand melden.
Insgesamt haben wir leider etwas weniger geschafft, als wir uns ursprünglich vorgenommen hatten. Nachdem wir die mannigfaltigen Kratzer in der Außenhaut verspachtelt hatten, grundierten wir das Überwasserschiff...
... und brachten die erste Lackschicht in der neuen Farbe auf.
Um eventuell eingetretende Flüssigkeit abfließen zu lassen und Frostschäden vorzubeugen, bohrten wir das Ruderblatt an. Es zischte, einige wenig angenehm riechende Gase traten aus und über die nächsten paar Tage konnten wir etliche Becher voll Wasser auffangen.
Leider hatten sich die Arbeiten unter freiem Himmel damit auch schon erledigt, denn das wenig befriedigende Ergebnis des ersten Anstrichs zeigte uns recht deutlich, daß es inzwischen zu kalt und feucht für Lackierarbeiten war. Also vertagten wir die restlichen Arbeiten am Rumpf auf den Frühling.
Stattdessen montierten wir einen Großteil der Holzbauteile des Bootes ab, zerlegten sie, schraubten die Beschläge und Winschen ab und nahmen sie mit nach Hause, wo sie von Bianca in mühevoller Kleinarbeit abgeschliffen und mit mehreren Schichten Lacköl behandelt wurden, bis das Holz wieder in einem satten Tiefbraun glänzte. Auch die Abdeckung des Schiebeluks erhielt die lange fällige Sanierung: alle Sprünge wurden ausgedremelt, verspachtelt und das komplette Stück neu lackiert.
In der Zwischenzeit hatten wir uns entschlossen, das alte osmosegeschädigte Ruder doch nicht selber zu sanieren, sondern es - in Anbetracht unserer knappen Zeit und mangelnden Erfahrung - zum Bootsbauer unseres Vertrauens zu geben. Der erfreute uns allerdings wenig später mit der unangenehmen Botschaft, das Ruder sei bereits jenseits jeglicher Reparaturmöglichkeit; er werde uns aber gerne für einen königlichen Preis ein neues nach dem Muster des alten anfertigen.
Da ein Boot ohne Ruder leider etwa soviel Nutzwert wie ein zypriotisches Bankkonto hat, gaben wir die Arbeit zähneknirschend und fluchend in Auftrag, bezahlten den gefühlten Gegenwert der Blauen Mauritius und bekamen ein wunderschönes neues Ruder. Meine schlechte Laune erreichte einen neuen Tiefpunkt, als wir feststellen mußten, daß die Bohrung in der Ruderwelle für die Befestigungsbolzen um wenige Millimeter verschoben war und wir das Ruder nicht montieren konnten. Unser Bootsbauer war aber zumindest kulant genug, um das Ruder bei uns zuhause abzuholen und nach entsprechender Nacharbeitung wieder anzuliefern.
Nun liegt das teure Stück in unserer Garage und harrt der Montage. Und wir harren einer glücklichen Fügung, die uns ein paar Tage beschert, an denen gutes Wetter und verfügbare Freizeit zusammentreffen, damit wir den ganzen Kram endlich mal zu Ende streichen können.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen