Nachdem wir bei herrlichstem Wetter aus den Kojen gekrochen waren, kam unser kleinstes Crewmitglied auf die Idee, den liebevoll gezimmerten Picknicktisch auf dem Steg für das Frühstück zu decken. Unser dänischer Stegnachbar, der gerade vom Duschen kam, grinste und murmelte im Vorbeigehen etwas, das wie "Einmal Eier mit Bacon, bitte!" klang.
Leider meinten die einschlägigen Seefahrtsgötter es nicht so gut mit uns und zwangen uns mit einem heftigen Schauer wieder unter Deck, bevor wir auch nur ein einziges Brötchen in Angriff nehmen konnten.
Als wir drinnen fertig gefrühstückt hatten und ausliefen, hatte es sich aber schon wieder ausgeregnet. Bei bedecktem Wetter und leichtem Wind ließen wir Kalvø hinter uns und liefen aus der Genner Bugt in Richtung Osten. Der lange Schlag quer über den Kleinen Belt nach Fünen bot für die beiden Segelanfänger in der Crew die Möglichkeit, sich unter ruhigen Bedingungen im freien Seeraum als Rudergänger zu versuchen.
Irgendwann kam dann auch die Sonne wieder zum Vorschein. Kurz vor Lyø schlief der Wind dann leider endgültig ein und zwang uns ein weiteres Mal, den Diesel anzuwerfen. In der Durchfahrt zwischen Lyø und Fünen meldete sich dann wieder die Hochseeanglerfraktion zu Wort und stellte massive Fangquoten in Aussicht. Sogar unsere Bordvegetarierin wurde vom Forscherdrang gepackt und konnte der Versuchung nicht widerstehen, sich - natürlich aus rein wissenschaftlichen Motiven - zu beteiligen.
Nachdem eine Stunde angestrengte Fischerei die Fangbilanz von einer Muschel, einem kapitalen Stück Seetang und ein paar Algen erbracht hatte, ging es weiter in Richtung Fåborg. Die Ansteuerung verlangte etwas navigatorische Aufmerksamkeit, weil das betonnte Fahrwasser sich mit diversen Knicks und Kurven durch eine Ansammlung von Flachs und Untiefen zog.
Um 17:30 Uhr liefen wir in den Handelshafen von Fåborg ein. Der war inzwischen relativ voll, so daß wir nach einigen Hafenrunden nur noch zwei freie Boxen in unserer Größe fanden. Die erste stellte sich nach einem kurzen Versuch als etwas zu eng heraus. Da ich vorsichtshalber sehr behutsam mit langsamer Fahrt in die Box gefahren war, genügte ein kurzer Rückwärtsschub, um uns wieder aus der Klemme zu befreien. Die zweite Box erwies sich dann als gerade eben passend.
Fåborg ist ein hübsches kleines Hafenstädtchen mit einer alten Seefahrertradition, das sich eine wunderschöne Stadtkulisse mit vielen kleinen, bunten und irgendwie typisch dänischen Häuschen. Der Handelshafen ist zwar etwas in die Jahre gekommen, entschädigt dafür aber durch seine Atmosphäre und seine zentrale Lage direkt an der kleinen, gemütlichen Fußgängerzone. Es gibt auch noch einen relativ großen Yachthafen einige hundert Meter weiter, aber sämtliche Hafenhandbücher und Revierführer waren sich in ihrer Empfehlung für den Handelshafen relativ einig.
Wir beschlossen den Tag mit einem Abendspaziergang durch die historische Altstadt und entlang der Uferpromenade.
Hallo Dänemark, hier ist Bremen,
AntwortenLöschenna wenn ihr nur Seetang und Algen gefangen habt ist ja wenigstens die Bordvegetarierin satt geworden.