Freitag, 20. Juli 2012

Nachlese

Vor einigen Tagen erreichte uns per Post der vorerst letzte Teil unseres Dänemarktörns.

Zur Vorgeschichte muß ich folgendes erwähnen: als ordentliche Segelcrew hatten wir natürlich auch eine Bordkasse, aus der laufende Ausgaben wie Essen, Diesel, Hafengebühren und Bier bezahlt wurden. So eine Bordkasse muß von einem besonders verantwortungsbewußten Crewmitglied verwaltet werden (was mich glücklicherweise schon mal von vorneherein ausschloß), und so bekam Bianca den dankbaren Posten der Bordbuchhalterin.

Selbiger brachte es natürlich mit sich, daß sie öfter mal ihre EC-Karte zücken mußte, um unsere Schulden in fremden Häfen zu begleichen. Und es kam, wie es kommen mußte: an dem erwähnten lauschigen Frühsommerabend im Stadthafen von Sønderborg stellte sie fest, daß sie ihre EC-Karte offensichtlich am Tag zuvor in Ærøskøbing verloren haben mußte. Ein Anruf beim freundlichen dänischen Hafenmeister klärte, daß die Karte wider Erwarten tatsächlich gefunden und abgegeben worden war und nun warm und trocken in der Polizeiwache von Ærøskøbing lag.

Nach einigen weiteren Telefonaten und dem freien Wochenende des Dorfsheriffs sicherte man uns zu, daß die königlich dänische Polizei selbstverständlich dafür sorgen werde, daß die verlorene EC-Karte ihre Inhaberin auf dem Postwege erreicht.

Man kann den dänischen Beamten nun wirklich keinen unnötigen Verzug vorwerfen... binnen einer Woche lag ein Brief aus Dänemark in unserem Briefkasten. Darin befand sich zwecks einwandfreier Klärung der Situation ein freundliches Kurzbrief-Formular. Und natürlich auch die Karte. Mit einer Tackerklammer an das Papier getackert. Mitten durch den Magnetstreifen.

Liebe dänische Polizeibehörde, bei aller Dankbarkeit für den freundlichen Customer Service... gehts noch??

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