... darf man uns jetzt ganz offiziell wünschen, denn unser Kahn hat jetzt endlich einen solchen (einen Mast, meine ich)!
Nachdem ich den vorherigen Eigner tatsächlich telefonisch erreicht, ein paar Löcher in den Bauch gefragt und die Fehlerquelle von gestern abend herausgefunden hatte (das Achterstag war immer zu kurz, weil wir nicht mitbekommen hatten, daß zwischen Hahnepot und Anschlagpunkt an Deck noch eine kleine Talje gehört), starteten wir heute abend einen zweiten Versuch. Tatkräftig unterstützt wurden wir diesmal von dem frischgebackenen Ehepaar Torben und Henriette (und dem heute deutlich angenehmeren Wetter).
Nach kurzer Vorbereitung klappte das Maststellen diesmal ganz ausgezeichnet und "Thor" sah gleich viel schiffiger aus, nachdem wir alle Wanten und Stagen korrekt angeschlagen hatten.
Dabei konnte die eine (wesentlich bessere) Hälfte unserer Eignergemeinschaft die erstaunliche Feststellung tätigen, daß kleine wichtige Metallbolzen die überraschende Eigenschaft haben, plötzlich und unerwartet aus der Hand des Anwenders zu entwischen und sich arglistig im metertiefen Hafenschlick zu verstecken. Es wird gemutmaßt, daß das wenige Kilometer stromaufwärts liegende AKW Unterweser daran schuld ist.
Schlick gibt es hier übrigens nicht zu knapp... wir liegen in einem Tidenhafen, der ein bis zwei Stunden vor und nach Niedrigwasser nicht befahrbar ist. Bei Niedrigwasser fällt der Pegel derart weit, daß die Boote buchstäblich im Schlick stecken. Sie bleiben dabei aber aufrecht, weil der Schlick so weich ist, daß er Kiel und Ruder einfach aufnimmt.
Das eigentliche Trimmen des Masts mußte trotz geschickten Ersatzteilejonglierens erstmal warten, weil wir feststellten, daß der Wantenspanner des Oberwants auf eine ziemlich abenteuerliche Weise verbogen ist. Deswegen beschränkten wir uns eine provisorische Sicherung des ungetrimmten Mastes mit "handwarm" angezogenen Wanten und Stagen... der Rest kommt beim nächsten Mal.
Dafür konnten wir noch schnell den Großbaum anschlagen und - wichtiger - mit einem kleinen Sekt formell auf den neuen Namen anstoßen. Im Interesse der hafenbewohnenden Enten verzichteten wir allerdings darauf, traditionsgemäß eine Flasche am Bug zu zerschlagen.
Jetzt sieht das Boot jedenfalls schonmal halbwegs fertig aus... und die noch verbleibenden Arbeiten sind überschaubar.
Schön ist es hier auch noch... der Hafen liegt traumhaft ruhig mitten im Schilfgürtel der Unterweser, die Anlagen sind sehr ordentlich und sauber, und es gibt eine großzügige Grillhütte direkt am Steg. Das schreit beizeiten mal nach einer kleinen Bootseinweihungsfete...
Spannend alles! Aber das Vokabular, das man sich da aneignen muss ... hab ich jetzt nicht aktiv im Wortschatz *g*. Freue mich schon auf einen Trip :). LG von Karin
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