Bei wolkenlosem Sonnenschein hieß es gegen 12 Uhr Leinen los und wir liefen mit dem ablaufenden Wasser stromabwärts in Richtung Bremerhaven. Nach einigen Kreuzschlägen bei frischen vier Windstärken erreichten wir die Mündung der Geeste, wo die Weser einen kräftigen Linksknick macht, und konnten gemütlich raumschots entlang der gigantischen Kaianlagen seewärts segeln.
An Steuerbord war über etliche Kilometer nichts zu sehen als riesige Kräne und Frachtschiffe...
... an Backbord zog die grüne Küstenlinie von Butjadingen vorbei.
Es ist beeindruckend, wie sich der Charakter der See hier von einem Tag auf den anderen vollständig ändert. Vorgestern war ich mit meinem Kollegen Geert hier gesegelt, und sechs Windstärken aus Nordwest gegen den Ebbstrom hatten die Wesermündung zu einem überaus ungemütlichen Revier gemacht, das durch eine steile, ruppige Welle geprägt wurde und uns ziemlich unfreundlich durch die Gegend warf. Heute sorgte der vom Land her wehende Ostwind für ruhiges Wasser, minimalen Seegang und entspanntes Sommersegeln.
Gegenüber von Bremerhaven liegt vor der Halbinsel Butjadingen der scheinbar unendliche Langlütjensand, ein großes Wattenhoch, das bei Niedrigwasser komplett mehrere Meter hoch trockenfällt. Hier beginnt der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, dessen Bewohner uns mit träger Langeweile beobachteten, als wir an ihnen vorbeisegelten...
Die Tide trug uns hinaus bis zur Tonne 41, wo wir um kurz vor drei wieder umkehrten, als das Hochwasser eintrat und der Gezeitenstrom zum Erliegen kam, um kurz darauf wieder in die umgekehrte Richtung zu fließen. Wir kreuzten gegen den Wind zurück bis vor die Kaianlagen, wo wir die Segel bargen und unter Motor wieder stromaufwärts fuhren, um die zeitraubende Kreuzerei auf kleinem Raum zwischen dem Fahrwasser und den diversen Buhnen des Langlütjensand zu vermeiden. Kreuzen im Fahrwasser ist dort nämlich nicht erlaubt, und dem Vernehmen nach wartet die Wasserschutzpolizei nur darauf, Sportboote aufzubringen und sorglose Freizeitskipper mit einem Knöllchen zu bedenken.
Unterwegs überholten uns nicht nur weitere große Frachter...
... sondern auch ein Seenotrettungskreuzer der DGzRS...
... und ein paar Wasserschutzpolizisten im Schlauchboot...
Nachdem wir die Kaianlagen passiert und wieder Segel gesetzt hatten, ließen wir Bremerhavens unverkennbare Skyline ein weiteres Mal hinter uns...
... und erreichten nach sieben Stunden und 36 Seemeilen wieder unseren Heimathafen, wo wir den Tag mit einigen weiteren fälligen Putz- und Renovierungsarbeiten an unserem Boot ausklingen ließen.
Was für ein schöner erster Urlaubstag...
Ich dachte wir erhalten wenigstens eine Erwähnung ist diesem Bericht. Wir haben 45 Minuten unseres Lebens geopfert und konnten euch dise Zeit schenken ;-)
AntwortenLöschenViele Grüße
Torben
Ja, dies möchte ich bekräftigen! Torben hatte Angst zu verhungern. Und wer musste sich das Gejammere anhören? Seine treue Ehegattin!
AntwortenLöschenBlöde Autobahn!
LG
Die dazugehörige Angetraute
Ohje, das klingt ja echt nach Alarmstufe ROT! :-)
AntwortenLöschenWir waren euch auch sehr dankbar. Allerdings fragte ich Harald auf dem Rückweg irgendwann, welcher Spaßvogel wohl "Bremen" auf allen Verkehrsschildern durchgestrichen hätte. Es stellte sich dann recht bald heraus, dass die BZweihundertIrgendwas auf einem Stück gesperrt war. Wir haben uns dann aber über Hude geschlagen und waren nach 1:15 h zu Hause.