Nach einigen Startschwierigkeiten (zum Beispiel einem Beutel mit Ausrüstung, der überraschenderweise in meinem Auto verortet wurde, das noch in Elsfleth stand) kamen wir dann langsam in die Gänge. Ich tingelte mit dem Zug nach Elsfleth, um das Auto zu holen, während Bianca Bastelmaterial zuschnitt und unsere restlichen Sachen packte.
Als wir gegen halb eins auf dem Vereinsgelände ankamen, herrschte dort bereits reges Treiben. Das Gelände war vollgestellt mit Booten, Trailern und Zugfahrzeugen. Wir kannten zwar buchstäblich niemanden, wurden aber sofort freundlich empfangen und eingewiesen. Der Verein hat einen fest verankerten Lastenkran, der Boote von mehreren Tonnen aus der Weser heben und auf ihre Trailer verladen kann.
Nachdem einige Boote zügig aus dem Wasser gekrant wurden, waren wir auch schon dran. Mit einigen tatkräftigen Helfern schoben wir unseren Trailer in Startposition. Unser Trailer ist ein Eigenbau, den wir erst kurz vor dem Krantermin mit viel Glück organisiert hatten. Ob "Thor" ohne große Anpassungen daraufpassen würde, war etwas unklar, aber wir hatten keine Wahl außer es einfach zu versuchen.
Also kletterte ich mit einem unserer Mitstreiter an Bord, legte ab und fuhr unter den Kran, wo wir die Gurte unter den Rumpf zogen und sicherten.
Und dann ging es auch schon los... der Kranführer hob uns an und "Thor" schwebte mit uns beiden in einigen Metern Höhe über die Uferböschung auf den Trailer.
Als der Kiel auf dem Trailer stand, stellte sich allerdings heraus, daß die höhenverstellbaren Seitenstützen des Trailers auch bei höchstmöglicher Einstellung nicht lang genug sind, um den Bootsrumpf seitlich abzustützen. Eine Bastellösung war schnell gefunden: die Auflageflächen wurden durch einige Lagen provisorisch verschraubte Kanthölzer erhöht, bis es paßte.
Für einen richtigen Straßentransport wäre das vermutlich zu wackelig, aber der Trailer wird das Vereinsgelände ohnehin nicht verlassenen, insofern reicht es für unsere Zwecke vollkommen aus.
Obwohl wir vor dem Einwassern im Frühsommer nur eine einzige Schicht Antifouling aufgetragen hatten, hielt sich der Bewuchs am Unterwasserschiff durchaus in Grenzen. Ein paar Minuten Arbeit mit dem Hochdruckreiniger beseitigten die dünne grüne Schicht fast vollständig.
Schlußendlich blieb nur noch, den Trailer auf unseren zukünftigen Stellplatz zu ziehen. Der Vereinstrecker nahm "Thor" auf den Haken und schleppte ihn auf einen Logenplatz vor der Bootshalle.
Einen Hallenplatz konnten wir nicht ergattern, weil die große Halle schon voll war und "Thor" nicht durch das Tor in den kleinen Schuppen gepaßt hätte. Aber wir haben einen geräumigen Platz mit schönem Weserblick direkt am Hallentor, Strom und Wasser in Reichweite und sind somit erstmal mit allem Notwendigen versorgt.
Unser neuer Verein macht einen netten Eindruck und verfügt überdies über eine sehr schöne Clubgastronomie mit schickem maritimen Interieur, Blick auf die Weser durch großzügige Panoramafenster und eine gemütliche Terrasse... wie geschaffen für entspannte Abende am Fluß.
Wir sind jedenfalls froh, mit "Thor" passend untergekommen zu sein, und hoffen jetzt erstmal auf gutes Wetter für die anstehenden Arbeiten am Boot.
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