Nachdem immer wieder schlechtes Wetter und/oder mangelnde Freizeit eine Fortsetzung unserer Renovierungsarbeiten verhindert hatten, trafen diese Woche endlich mal trockenes Sommerwetter und ein (halbes) dienstfreies Wochenende zusammen.
Wir hatten ja bereits vor Monaten notgedrungen eine Neuanfertigung des Ruders in Auftrag gegeben. Leider ließ sich das teure Spielzeug wegen einer falsch bemessenen Bohrung an der Ruderwelle nicht nur nach Lieferung nicht montieren, sondern paßte selbst nach der fälligen Nachbearbeitung noch nicht. Nachdem das gute Stück zum dritten Mal beim Hersteller gewesen war, konnten wir es schließlich einbauen... nur um festzustellen, daß die gutgemeinte Änderung der Montageweise, die uns den Wiedereinbau erleichtern sollte, dazu geführt hatte, daß keine Ruderlage nach Steuerbord mehr möglich war.
Da uns eine ewigwährende Linkskurve als langfristige seglerische Perspektive natürlich nicht sonderlich zusagte, nahm ich die Angelegenheit (und die Eisensäge im Bauhaus-Foyer) beherzt selber in die Hände und konnte glücklicherweise die Manövrierfähigkeit unseres schwimmenden Untersatzes im Do-it-yourself-Verfahren wiederherstellen. Hier ist der Lohn unserer Mühen (und ein nicht unerheblicher Teil eines Monatsgehalts)... das harmonisch-giftgrüne Gelcoat dürfte wohl dem Mißvergnügen unseres Bootsbauers geschuldet sein, sich immer wieder mit denselben nervtötenden Kunden abgeben zu müssen.
Anschließend brachte ich die ersten, von Bianca über den Winter in mühevoller Kleinarbeit sanierten Holzteile an. Der Hauptteil unserer Arbeit sollte heute aber die Bearbeitung der Außenhaut sein. Die große Persenning wurde zu einem Zeltdach abgespannt, und unter tatkräftiger Mithilfe von Moni schliffen wir den wenig gelungenen ersten Anstrich vom letzten November an...
... klebten gefühlte 200 m Kanten ab und brachten in Rekordzeit die nächste Farbschicht auf. Bei schönem Wetter und 30°C (im Vergleich zu 5°C und Matschwetter beim letzten Mal) gelang sie glücklicherweise besser als der erste Durchgang. Tatsächlich trocknete der 1k-Lack so schnell, daß man beinahe zusehen konnte.
Nach fünf Stunden Arbeit hatten wir tatsächlich nach langer Zeit mal wieder alles geschafft, was wir uns für den Tag vorgenommen hatten... ein schönes Gefühl. Auch wenn noch lange nicht alles erledigt ist. Aber wir werden auch den Rest des Schönwetterfenster ausnutzen und dann hoffentlich zumindest die Schleif- und Lackierarbeiten endgültig abgeschlossen haben. Richtig fertig wird unser Luxusklipper ohnehin erst nächstes oder übernächstes Jahr werden.
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